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Mittwoch, 14. November 2018

          

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Wo die rote Sonne im Tyrrhenischen Meer versinkt

(red) "Hey Leute, der alte Vulkan sieht ja gar nicht so furchterregend aus", beruhigt Amy ihre Klassenkameraden von der American School SNC in Mugnano di Napoli, "ich glaube, der macht gerade Siesta". Und gleich darauf posieren die Teenager kichernd für schnarrende Fotohandys vor einem imposanten Hintergrund.

Der Respekt vor der Naturgewalt lässt sich aber nicht so einfach wegklicken. Eine mächtige Caldera mit einer Gipfelhöhe von fast 1300 Meter, schroffe Abhänge hinunter zum Kraterboden, wo Temperaturen von bis 100 Grad Celsius herrschen. Sein Panoramablick entschädigt für den mühsamen Aufstieg über schmale Pfade und Geröllfelder: einladend der azurblaue Golf von Neapel, aus dessen Dunst sich die Halbinsel Sorrento mit dem vorgelagerten Capri im Süden herausschält. Ganz im Westen erhebt sich das doppelt so große Ischia schemenhaft aus dem Meer. Nach dem Rundgang entlang des windigen Kraterrands geht es zurück zum wartenden Unimog. Sieben Kilometer Off-road durch die Pinien- und Steineichenwälder des "Nationalparks Vesuv", seit 1991 zum Weltnaturschutzgebiet erklärt, zur Rangerstation. Dann Umsteigen in den Bus, der Richtung Pompeji fährt.

Ausgangspunkt ist der Campingplatz Zeus an der Via Villa die Misteri. Seit kurzem bietet dessen Besitzer Luigi di Somma den "Vesuv-Shuttle" für 18,50 Euro pro Person an. Mit Erfolg, "das neue Angebot wird von unseren Gästen gut angenommen". Dabei hätte dies der ganzjährig geöffnete Platz mit seinen 100 Stellplätzen in Zitrusfrucht-Hainen und 32 Apartments gar nicht nötig. In gerade drei Minuten zu Fuß erreicht man von dort eine der legendärsten Ausgrabungsstätten der Welt, deren Existenz dem Ausbruch des Vesuvs am 24. August im Jahr 79 n. Chr. zu "verdanken" ist. Binnen weniger Minuten verbrannten und erstickten die Flüchtenden oder Schlafenden in einem Asche- und Steinchenregen, der Pompeji unter einer sieben Meter dicken Schicht begrub. Das benachbarte Herculaneum wurde von einer bis zu 25 Meter hohen Schlamm- und Lavaflut verschluckt. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts stießen Archäologen auf die Überreste dieser Städte. Was für die damaligen Bewohner verheerend endete, ist für heutige Wissenschaftler ein Glücksfall. Eine Reise in eine wohlhabende Stadt in der Hoch-Zeit des römischen Reichs - einschließlich Gebäude und Alltagsgegenstände, von denen ansonsten wenige erhalten sind. Bis heute sind vier Fünftel von Pompeji ausgegraben und der Besuch ist nicht nur für Geschichtsinteressierte ein Muss.

Rund 70 Plätze in allen Preisklassen und Kategorien hat das Internet-Portal my-camping für Kampanien aufgelistet, und wie Camping Zeus kann auch der Campingplatz "Vulcano Solfatara" mit seiner außergewöhnlichen Lage punkten. Bei Pozzuoli, etwa zehn Kilometer westlich von Neapel gelegen, ist die quirlige Millionenstadt vom Campingplatz ebenso einfach (per Bus oder Metrolinie 2) zu erreichen, wie Ischia oder die eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten der Phlegräischen Felder. Dazu zählen in Pozzuoli selbst das Flavianische Amphitheater und der Marktplatz "Tempio di Serapide" oder in der nahen Umgebung die Ruinen von Cuma, der ersten griechischen Kolonie auf italienischem Festland, mit seiner Akropolis. Doch der Campingplatz ist selbst eine Attraktivität, liegt er doch im Gebiet des UNESCO-Weltkulturerbes "Vulkan der Solfatara". Es ist zwar aktuell nicht mit Magmaausbrüchen zu rechnen, dennoch kontrollieren die örtlichen Vulkanologen regelmäßig die schwefelhaltigen Rauchentwicklungen, hydrothermale Aktivitäten und seismische Vibrationen der Solfatara. 200 Zelt- und 180 Stellplätze sowie vier Bungalows hat Ugo Pisano, Manager des ganzjährigen Campingplatzes, im Angebot, wobei er eine Lizenz für 500 Plätze hätte. "Allerdings macht es der Weltkulturerbe-Status nicht gerade einfach, die notwendigen Baugenehmigungen zu bekommen." Deshalb besinnt er sich auf das Erbe der Römer und hat zwischen Schwimmbad und Tennisplatz "als Experiment" eine abgedeckte „Natur-Sauna" für unerschrockene Besucher eingerichtet. Der bis zu 60 Grad heiße Schwefeldampf strömt aus mehreren Löchern im Boden direkt ins darüber stehende Sauna-Zelt.

Gut 70 Kilometer nordwestlich von Neapel liegt ein Camping-Paradies. Experten von ADAC, DCC oder Eurocamp haben den 4-Sterne-Platz Baia Domizia Villaggio Camping mehrfach als mustergültig ausgezeichnet. Der 30 Hektar große Platz liegt direkt am Golf von Gaeta, inmitten eines mediterranen Blumengartens und dem Naturpark vom Garigliano. Pinien, Steineichen und Myrten dienen als Schattenspender für die Stellplätze, die meist als individuelle Nischen angelegt sind. Ein ein Kilometer langer Sandstrand fällt sanft zum Meer ab - ideal für einen Urlaub mit Kindern. "Manche Kleinen sind allerdings von der Poollandschaft und dem Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportangebot mindestens genauso begeistert wie vom Meer", sagt Enrico Toffano, der Besitzer des Vorzeigeplatzes. Ballsportbegeisterte und Radfahrer würden auf Gleichgesinnte treffen und das Animationsteam organisiere regelmäßig Turniere. Der Startschuss für Baia Domizia Villaggio Camping fiel bereits 1965 und im Lauf der Jahrzehnte wurden 1100 Stellplätze, 180 Mobilhäuser, 55 Deluxe- und 20 normale Wohnwagen sowie 30 Holz-Bungalows und sieben Waschhäuser gebaut. Damit ist Baia Domizia der größte Campingplatz in Kampanien. Die Hälfte seiner Gäste stamme aus Italien, berichtet Geschäftsführerin Lella Lipiello, wobei "am Wochenende vor allem Römer und Neapolitaner zu hören sind. Rund 30 Prozent kommen aus Deutschland, weitere 15 Prozent aus den Niederlanden". Auf Grund der Lage bieten sich Tagesausflüge nach Rom, Neapel, Capri, Ischia und Caserta oder an die Amalfi-Küste an.

Letzteres Ausflugsziel kann sich Michele Mauro sparen. Er lebt bereits da. Sein Vater eröffnete 1969, an der Marina del Cantone bei Massa Lubrense, also fast am Ende der sorrentinischen Halbinsel, ein Feriendorf. Vor 25 Jahren kam mit Micheles Einstieg die Tauchschule dazu und heute besteht das Feriendorf "Villaggio Residence/Diving Center Nettuno" an der Amalfi-Küste aus rund 55 Bungalows, zehn Mobilheimen sowie einem kleinen Campingplatz für Zelte und Reisemobile. Wer mit dem Wohnwagen anreist, muss extrem gut geübt sein, um die engen und kurvigen Straßen auf der verkehrsreichen Halbinsel zu meistern. Als exklusive Wohneinheit wurde inzwischen der "Turm der Familie Turbolo" mit vier Apartments samt Küche, Klimaanlage und Satelliten-TV ausgebaut. Ursprünglich diente das mehrstöckige Gebäude als Wachturm gegen die Sarazenen. Im Zentrum der Aktivitäten stehen Schnorchel- und Tauchkurse, wobei Michele seine Gäste mit dem Boot in die geschützte Bucht von Marina del Cantone zwischen Capri und Positano schippert. Auch Ausflüge ohne Sauerstoffflaschen nach Capri oder entlang der Amalfi-Küste nach Positano, wo genügend Zeit zum Bummeln und Besichtigen bleibt, bietet Michele seinen Gästen an.

Für Horst Nitschke, ADAC-Campingplatz-Experte, Buchautor ("Campingplatz der Zukunft – wie gestalte ich einen Campingplatz richtig") und Wahlitaliener, gehören die Campingplätze Kampaniens zum "gehobenen Mittelfeld, wobei einige wie Baia Domizia, Villaggio Nettuno, Santa Fortunata oder La Serra als 4-Sterne-Plätze ganz vorne dabei sind." Kampaniens Plätze würden durch ihr Ambiente und eigenes Flair überzeugen, zudem "ist es für sie von Vorteil, dass die Küste nicht überall stark frequentiert ist." Für deutsche Besucher interessant sei die gute geografische Lage zwischen Rom und Neapel sowie die traumhaften Küstenlandschaften und legendären Inseln.

Nicht zu vergessen die exzellente kampanische Küche mit den hiesigen Rebsorten Falerno, Falaghina oder Aglanico. Und schließlich der DOP-namensgeschützte Käse Mozzarella di Bufala Campana oder der Provola (über Stroh geräucherter Büffel-Mozzarella) aus einer örtlichen Caseificio, der für das Herstellen der "Pizza Margherita" unentbehrlich ist.

07.01.10

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